02. Mai 2012   Meinung

Versuch einer Stellungnahme

Mit Entsetzen verfolge ich die Diskussion um einen Antikriegsaufruf, der genutzt wird um DIE LINKE medial erneut ins Abseits zu drängen und etliche GenossInnen als SpinnerInnen darzustellen. Und wie immer beteiligt sich auch die Partei daran, oder zumindest einige Mitglieder. Es wird die Erklärung des Aufrufs von den Forderungen getrennt, eine kritische Stellungnahme zum Kriegsaufruf um deklariert und zu guter Letzt auf das Recht der Meinungsfreiheit verwiesen. Gemeinsam ist dem allem, es ist unpolitisch, analytisch zweifelhaft und einer linken (ob Bewegung oder Partei) nicht würdig.

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17. Juni 2011   Meinung

offene Antwort auf einen offenen Brief

 

Lieber Wolfgang Richter,
gestern erhielt ich einen offenen Brief von Dir. Ich erhalte, wie vermutlich die meisten GenossInnen, öfters offene Briefe und ich lese einige davon. In letzter Zeit nehmen diese Briefe zu und immer seltener beschäftigen sie sich mit dem politischen Gegner.

Ich diskutiere einige Stellungnahmen dort, wo gute DemokratInnen sie diskutieren, im Kreisverband, also an der Basis. In meinen sozialen Zusammenhängen, also an der Basis. Und das gute: An Dinge an die ich nicht gedacht habe, denken andere, in Dingen bei denen ich falsch liege, helfen mir andere auf den richtigen Weg. Das ist der Vorteil der Demokratie, man muss nicht alleine denken.

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24. März 2011   Meinung

18.03.2011 – Tahrir Platz – Kundgebung der NO Bewegung

Nach der Veranstaltung mit Amr Hamzawy gingen wir einen Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen. Freunde fragten ob wir Interesse hätten am Nachmittag noch zu einer Veranstaltung mit Tahani El Gibaly, der einzigen Gerichtspräsidentin in Ägypten zu gehen. Die Alternative war der Tahrir Platz. Ich muss zugeben, als guter deutscher Revolutionstourist wollte ich unbedingt noch Freitags zum Tahrir Platz und so begleiteten mich drei Freunde dorthin.

Wir tranken unseren Kaffee aus, stiegen zu viert in ein Taxi und fuhren über die Brücke des 6. Oktober in Richtung des Kairoer Museums. Unterwegs erklärten mir die Freunde was wann wo passiert sei, an dieser Stelle habe die Polizei am 27. Januar massiv mit Schlagstöcken und Tränengas angegriffen. Es gab auch Tote. An jener Stelle sind die Kamel- und Pferdereiter, die angeblichen Pro-Mubaraks, am 2. Februar in die Demonstration geritten und haben die Revolution angegriffen. Und dort ist das Gebäude der NDP. Ich schaute auf einen schwarzen, ausgebrannten Komplex. Mir wurde klar, nicht zum ersten Mal, dass die Ereignisse sich überschlagen haben. Das brennende NDP Gebäude hatte ich total vergessen. Natürlich, Mubarak ist erst vor fünf Wochen zurück getreten, die Revolution begann erst vor siebeneinhalb Wochen. Und was war seit dem alles geschehen?

 

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04. April 2011   Meinung

19.03.2011 – Der Tag des Referendum

egypt017Morgens um sechs klingelt mein Wecker. Nach vier Stunden Schlaf bin ich trotzdem fit und wach. Verabredet bin ich für ca. 7.30 Uhr. Die Wahllokale öffnen um acht, die Wahl beginnt um 9.00 Uhr. Alle rechnen mit einer hohen Wahlbeteiligung und entsprechenden Wartezeiten, daher wollen meine Freunde früh am Wahllokal sein. Kairo steht am Wochenende spät auf. Amr Hamzawy sagte in seinem Vortrag, er stehe jeden Morgen um sechs Uhr auf und niemand im Saal würde ihm glauben wie schön, ruhig und leer Kairo dann sei.

Um kurz vor halb acht bekomme ich den Anruf, „bin da, kommst Du runter?“. Raus aus dem Hotel, rein ins Auto und wir fahren etwa fünf Minuten, finden sofort einen Parkplatz. Noch einen Kaffee trinken und dann zur Grundschule in Zamalek.

Wir erreichen das Wahllokal um viertel vor acht. Ich schätze etwa 500 Menschen stehen in zwei ordentlichen Schlangen vor dem Wahllokal. Eine Schlange mit Männern, eine Schlange mit Frauen. Die wartenden sind relativ gemischt. Ganz Junge, ganz Alte, gut gekleidete im Feiertagsoutfit, Menschen in Alltagskleidung, geschminkte Frauen mit offenen Haaren und Frauen mit Kopftüchern. Man sieht in Kairo den Niqab und die Burka eh recht selten, in Zamalek fehlte er ganz.

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22. März 2011   Meinung

18. März.2011 – ein Tag vor dem Verfassungsreferendum

Für zehn Uhr morgens war ich verabredet. Wir fahren zum Tahrir Platz, um zwölf findet das Morgengebet statt und anschließend hält die Demokratiebewegung eine „NO“ Demonstration ab. „Sagt NEIN beim Referendum …“

Warum Nein zum Referendum klein 009So der ursprüngliche Plan, aber Ägypten ist anders und es ist anders als es vor dem 25.01. war. Gegen 9.00 Uhr bekomme ich einen Anruf. „Habe gerade erfahren um 10 findet im Culturewheel eine Veranstaltung mit Amr Hamzawy statt. Da wird nur arabisch gesprochen, aber ich versuch Dir das zu übersetzen. Es wird darum gehen, warum beim Referendum mit „NEIN“ gestimmt werden soll. Hast Du Interesse?“ Was für eine Frage. Natürlich. Also treffen 9.45 Uhr und hin.

Das· Culturewheel liegt unter einer Unterführung, es hat sich schon lange vor der Revolution zu einem wichtigen Treff für Jugend, KünstlerInnen, DemokratInnen und Intellektuelle entwickelt. Am Wochenende findet dort auch ein Jazz-Festival statt.
Wir kommen rein und es ist voll. Ein Freund hat zwei Plätze frei gehalten. Ansonsten wäre es mit Sitzen eng geworden. Es sind etwa 800 Stühle aufgebaut. Wir sitzen ziemlich mittig auf der linken Seite. Als ich mich nach hinten drehe, sehe ich, viele haben keinen Sitzplatz. Sie stehen auf einem kleinen Platz hinter der offenen Halle. Wir schätzen und einigen uns auf insgesamt 1200 bis 1500 Anwesende. Die Stimmung ist ansteckend gut, überall wird gelacht.

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